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title: "Hitzewelle und Klimapolitik: Dümmer als jeder Frosch"
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summary: "Hitzewelle und Klimapolitik: Ein Kommentar kritisiert die mangelnde Vorbereitung der Bundesregierung auf extreme Hitzeevents, die Tausende Todesfälle verursachen können. Der Artikel warnt vor den Folgen des Klimawandels und fordert eine bessere Integration von Hitzeschutz in Krisenvorsorge und Katastrophenschutz."
tags: "hitzewelle, klimapolitik, klimawandel, bundesregierung, hitzedom, krisenschutz"
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# Hitzewelle und Klimapolitik: Dümmer als jeder Frosch

8554637 6189911 Hitzewelle und Klimapolitik : Dümmer als jeder Frosch { nameEl.classList.toggle( 'is-underlined', nameEl.textContent.trim() === this.hoveredAuthor ) }) }, clearAuthorHover() { this.hoveredAuthor = null this.$el .querySelectorAll('.author-name-wrapper .typo-name-detail-bold') .forEach((nameEl) => { nameEl.classList.remove('is-underlined') }) } }" @mouseover="hoverAuthor($event)" @mouseout=" if ($event.target.closest('.author-figure')) { clearAuthorHover() }"> Kommentar von Gereon Asmuth Ein Hitzedom lässt Westeuropa glühen. Er wird Tausende Menschen das Leben kosten. Ein Krisenstab der Bundesregierung wäre überfällig. 23.6.2026 11:43 Uhr teilen Wer kann, geht baden. Temperaturen bis um 40 Grad sind uns zum Wochenende versprochen Foto: Thomas Warnack/dpa K ennen Sie diese ausgelutschte Geschichte mit dem Frosch? Der, der im Topf mit sich langsam erhitzendem Wasser hocken bleibt, bis er gar ist, statt herauszuspringen? Die ist natürlich Blödsinn. So dumm sind Frösche nicht. Noch blöder aber ist, dass die Bundesregierung dümmer ist als jeder Frosch. Und angesichts der drohenden Klimakatastrophe einfach nichts tut. Nicht langfristig, nicht mittelfristig, nicht kurzfristig. Und damit sind wir beim Wetter, das als Folge des Klimawandels heißläuft. Bis zu 40 Grad sagen die Meteorologen für den Süden und Westen des Landes noch im Laufe dieser Woche voraus . Das wäre – ach, man wird schon müde, es zu betonen – mal wieder ein Rekord. Nie dagewesen im Juni seit Menschengedenken. Und nein, es geht hier nicht darum, denjenigen, die Spaß daran haben, die Laune zu vermiesen. Wer ein funktionierendes Freibad oder einen noch nicht veralgten See oder wenigstens eine fette Portion Zitroneneis in der Nähe weiß, soll es genießen. Aaaah! Schön, oder? Oder eben nicht für alle. Denn leider ist die Hitze ein gravierendes Problem, tödlich vor allem für ältere Menschen. Gefährlich für Kranke und Obdachlose. Vor gerade mal zwei Wochen warnten 150 Organisationen davor, dass die Bundesrepublik nicht angemessen auf Hitzewellen vorbereitet sei, dass ein sogenannter Hitzedom zu mehreren Zehntausend Toten binnen weniger Tage führen könne. Der dringende Rat ist, den Hitzeschutz in Krisenvorsorge, Gesundheitsversorgung und Katastrophenschutz zu integrieren. taz debatte Die taz ist eine unabhängige , linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979 . Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums. Was klang wie ein fernes Katastrophenszenario, ist ruckzuck Realität geworden. In Frankreich gilt in vielen Regionen höchste Hitzewarnstufe. Atomkraftwerke werden abgeschaltet, weil Kühlwasser fehlt. Und in Deutschland? Wir haben ja keine AKW mehr. Glück gehabt. Die viel gescholtene Bahn verteilt an solchen Hitzetagen gern mal Eis an ihre Kund:innen. Und die Bundesregierung? Hat sie schon einen Krisenstab eingerichtet, um Aktivismus wenigstens zu simulieren? Hat sie sich überhaupt schon zum Thema geäußert? Es ist leider auch ein Problem der Wahrnehmung. Die Zahl der Menschen, die in den kommenden Tagen infolge der hohen Temperaturen ums Leben kommen, werden erst in Wochen oder gar Monaten durch die rückblickend berechenbare Übersterblichkeit bekannt werden. Und der Klimawandel wird immer noch viel zu oft in der fernen Zukunft vermutet. Dabei bedeuten die 3 Grad mehr bis zum Jahr 2100, auf die es derzeit hinausläuft , laut Berechnungen renommierter Klimaforscher rund 6 Grad in Deutschland. Davon betroffen sind nicht erst die dann 80-Jährigen, die die heutigen Grundschulkinder sind. Denn der Klimawandel ist längst da. Und wird stärker. Jahr für Jahr. Doch im Autoland Deutschland wird Lebensqualität weiter nicht per Schattenindex gemessen, sondern in Kilometern pro Stunde. Vielleicht löst deshalb eine Meldung vom Wochenende die angebrachte Reaktion aus: Da mussten aufgrund von Hitze erste Spuren auf Autobahnen gesperrt werden . Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 130 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen Gereon Asmuth Ressortleiter taz-Regie Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
